Der Mensch

Eva Kirn lässt sich von der Dynamik eines Menschen, von seiner Körperlichkeit und Gestik inspirieren. In ihren Porträts versucht sie diese Eindrücke umzusetzen und weiterzudenken - ein nachgerade alchimistischer Vorgang, der zunächst nach Reinigung, dann nach Veredelung verlangt.

In großformatigen Öl- oder Acrylgemälden erscheinen die Portraitierten vor leeren Hintergründen und nahezu ohne Attribute. Ihre psychische Blöße verleiht den Dargestellten einen eigenartigen Sog. In einigen Porträts ordnet Eva Kirn den Figuren ein alter Ego in Form von kunsthistorischen Zitaten zu - die Konjunktion von Abbild und „Vorbild“ bewirkt die psychische Überhöhung des Porträtierten.
Ganz ähnlich verwickelt sie in grafisch überarbeiteten Porträtfotografien die dargestellten Personen in ein veritables Rollenspektakel.

Den Transparenten Profilen schließlich entsteigen neue Geschöpfe ihrer Kunst: durch die Überlagerung unterschiedlicher Portraitzeichnungen auf Transparentpapier bilden sich lineare und motivische Überschneidungen, in denen zwei Biografien zu einer neuen Lebensgeschichte verwachsen.

Die Hommage an richtet Eva Kirn an Persönlichkeiten, deren geistige Welt ihr nahe stehen. Zu ihnen gehören Hermann Hesse, Lucas Cranach d. Ä.* , Virginia Woolf, Paul Gauguin und andere mehr.
Durch Collagieren und transparentes Überarbeiten von vorhandenen Abbildungen entwickelt sie ein Spiel von Anverwandlung und Distanz- ironische Kommentare zum Geschlechterverhältnis einbegriffen.
( * 2009 erweitert Eva Kirn die hommage an Lukas Cranach d. Ä mit einer Serie von Variationen zum Thema der drei Grazien, ca. 30 Zeichnungen/ Übermalungen DIN A3 auf Papier )