Texte von Dr. Kyllikki Zacharias und Dr.Oliver Seifert

Themenkreise

Von Kind an sucht Eva Kirn nach einem Filtrat für den Sog ihrer Erlebnisfähigkeit und Phantasie. Sie findet ihre geistige Autonomie im künstlerischen Schaffen, in Werkprozessen, denen sie seit 40zig Jahren kontinuierlich nachgeht. Akademische Ausbildungen und auch der Beruf als Kunsterzieherin haben der inneren Vehemenz, dem Gestaltungsdrang ihrer Intuitionen und Reflexionen nicht geschadet, eher haben Widerstände ihre persönliche Gestaltungskraft profiliert und sie zu Reife und Ausdrucksstärke geführt. Häufig waren ihre Gestaltungen einem kommenden Zeitgeist voraus, stets aber blieb Eva Kirn in ihrem künstlerischen Schaffen von Mode und Strömungen des Kunstmarktes unabhängig.
In ihren Themenkreisen erforscht und durchleuchtet sie nicht nur die dingliche Sinnlichkeit des menschlichen Lebens, sondern gibt auch übersinnlichen Erfahrungen einen subjektiven Realitätscharakter, der in skurril irrealen Ebenen zum Ausdruck kommen kann oder aber subtil Intuitionen Wesen und Raum gibt. Deutlich wird dies in gezeichneten Gedankenspielen oder in der Bearbeitung religiöser Themen, als auch in abstrakten Gestaltungen, in denen sich sinnliche Erfahrungen subsumieren.

Ihr Weltbild ist von Melancholie, Lebensbejahung, Zweifel, Ironie und Humor geprägt. Die künstlerischen Aussageweisen sind breit gefächert und persönlich authentisch. Fünf thematische Schwerpunkte ergeben sich:
Gedankenspiele und Verfremdungen beschreibt eine immer wiederkehrende Technik im Werke Eva Kirns, der Mensch geht auf eines ihrer Hauptsujets ein.
Panta rhei führt ihre Expeditionen in die Abstraktion vor Augen, während Landschaften und Städte das Ergebnis konkreter Reisen zeigt. In Stillleben und Blumenbildern verbindet sich sinnliche Erfahrung mit symbolischer Bedeutung. Die thematische Gliederung des künstlerischen Spektrums kann die Verzahnung einzelner Werkprozesse nicht berücksichtigen. Vielmehr soll die Website den Besucher zu eigenen Erfahrungsreisen einladen.